BUNDjugend Mecklenburg-Vorpommern - ... und jetzt noch die Erde retten!

Vegetarisch?!

Die BUNDjugend M-V verpflegt vegetarisch! Und warum?

Leckere AufstrichvielfaltNach Statistiken von 2008 konsumiert jeder Mensch in der BRD ca. 88,5 Kg Fleisch pro Jahr (1), während der weltweite Durchschnitt bei unter 40 Kg liegt. Um diese immensen Mengen an Fleisch zu produzieren, werden 70% der gesamten landwirtschaftlichen Fläche, die auf der Erde genutzt wird, für den Futtermittelanbau und Weideland benötigt. Unser wachsender Hunger nach Fleisch führt somit zu massiven Umweltzerstörungen und dazu, dass Menschen in armen Ländern nicht genug zu essen haben.
Da wir diese Tendenz nicht unterstützen wollen und lieber Alternativen aufzeigen möchten, haben wir uns entschieden, auf unseren Veranstaltungen vegetarisch zu kochen. Dass das unheimlich lecker werden kann, kannst du mit unserer Rezeptesammlung selbst ausprobieren!

Der Umwelt zuliebe:
Als Jugendorganisation, die sich dem Naturschutz und der Umweltbildung verschrieben hat, positionieren wir uns klar gegen Massentierhaltung (aus der nahezu alles Fleisch stammt, was im Supermarkt oder beim Fleischer zu kaufen ist), denn diese Art der Fleischproduktion zielt darauf ab, Fleisch so kostengünstig und schnell wie möglich zu erzeugen.

Massentierhaltung, bei der nicht selten Tiere unter qualvollen Bedingungen auf engstem Raum gemästet und wie am Fließband geschlachtet werden, verstößt nicht nur gegen unsere Vorstellung, Tiere artgerecht zu halten, sondern schädigt auch die Umwelt auf verschiedenste Weise.

Um z.B. Rindfleisch am kostengünstigsten zu erzeugen, werden die Tiere durch Züchtung und die Gabe von Hormonen, statt in normalerweise drei Jahren schon innerhalb von neun Monaten schlachtreif gemacht. Damit sich Krankheiten und Tierseuchen, die aufgrund der gedrängten Haltung stark begünstigt werden, nicht ausbreiten, werden zusätzlich mit dem Futter Antibiotika verabreicht. Und so gelangen mit der Gülle, die als Dünger auf die Felder gebracht wird, geraume Mengen von Hormonen und Medikamenten in die Gewässer und schädigen somit die im Wasser lebenden Pflanzen und Tiere und verunreinigen das Grundwasser.
Für die großen Mengen an Fleisch, die täglich produziert werden, muss Deutschland jährlich 13% der Futtermittel (9 Mill. Tonnen) (2), oft gentechnisch verändertes Soja, aus Ländern wie Brasilien und Argentinien importieren. Dies geht mit Regenwaldzerstörung, Artensterben und der Vertreibung von Einheimischen durch Großgrundbesitzer einher. Im großen Stil bauen Großgrundbesitzer Tierfutter für den Export auf den Flächen an, die zuvor den Kleinbauern zur Selbstverpflegung gedient haben.
Auch bezogen auf die Klimaerwärmung spielt unser Fleischkonsum eine gesonderte Rolle.
Rindfleisch gilt in unseren Breiten als sehr wertvolles Fleisch und landet daher, neben
Schweinefleisch, besonders häufig im Einkaufswagen. Kühe stoßen pro Tag 300 bis 500
Liter Methangas aus, welches 23-fach stärker zur Klimaerwärmung beiträgt als
Kohlenstoffdioxid. Nach Schätzungen des Weltklimarats (IPCC) stammt ungefähr die Hälfte
der menschlich verursachten Methanemissionen aus der Landwirtschaft. Und weil die
Menschen auf der ganzen Welt mehr und mehr Fleisch essen wollen, ist die
Methankonzentration in der Atmosphäre seit 1900 um rund hundert Prozent gestiegen (3).

Fleisch verbraucht Wasser:
Zwar ist die Erdoberfläche zu 70% mit Wasser bedeckt, allerdings sind nur ca. 0,3% davon
Süßwasser, das für uns als Trinkwasser verfügbar ist. Schon seit Jahrzehnten ist bekannt,
dass diese Ressource immer knapper wird und Kriege um Wasser werden schon bald
Realität sein. Darum ist es essentiell, die weitere Verschmutzung und Verschwendung
dieses kostbaren Gutes zu verhindern.
Für die Produktion von Fleisch wird enorm viel Wasser gebraucht, um 1 Kg Fleisch zu
erzeugen werden 15.000 Liter Wasser benötigt, während für 1 Kg Weizen lediglich 1500 Liter
gebraucht werden. (4)

Ganz ohne Fleisch? Ist dass denn gesund?
Bei dem Gedanken an eine Ernährung ohne Fleisch, kommt der eine oder andere Mensch
sicher auf die Idee, dass dem Körper ohne Fleisch bestimmt wichtige Nährstoffe fehlen.
Doch Fleisch enthält keine Nährstoffe, die wir nicht auch durch eine ausgewogene
Ernährung erhalten können. Häufig wird darauf hingewiesen, dass das Vitamin B12, das
unter anderem für die Bildung der roten Blutkörperchen, die Zellteilung und -wachstum
zuständig ist, nur durch Fleisch aufgenommen werden kann, doch B12 kann genauso gut
durch den Verzehr von Nüssen, Eiern, Käse und Milch aufgenommen werden. Ähnlich ist es
mit Eisen, das maßgeblich für den Sauerstoffhaushalt im Blut verantwortlich ist: dieses kann
statt durch Fleisch auch beispielsweise über den Verzehr von Vollkornbrot, Früchten z.B.
Heidelbeeren, Himbeeren, Gemüse: Karotten, Feldsalat, Sojabohnen und besonders durch
Nüsse gedeckt werden. Zum Vergleich – Mandeln haben einen weitaus höheren Eisengehalt
als Rindfleisch, das als besonders eisenhaltig angesehen wird. Vitamin C fördert zusätzlich
die Aufnahme von Eisen und vielen anderen Nährstoffen, die wir benötigen um gesund zu
bleiben. Es existieren zahlreiche Studien z.B. der Universität Gießen (5), die belegen, dass man durch eine ausgewogene Ernährung alle wichtigen Stoffe und Vitamine zu sich nimmt – auch ohne Fleisch.

Kein Fleisch aber Fisch?
Auch wenn uns die Ozeane unserer Erde vielleicht grenzenlos vorkommen mögen, die Fischbestände unserer Meere sind bedroht. Die Welternährungsorganisation (FAO) schätzt, dass von den weltweit kommerziell genutzten Fischbeständen 52% bis an ihre Grenze genutzt, 19% überfischt und 8% bereits erschöpft sind (6). Fischarten wie Kabeljau und Thunfisch gelten schon seit vielen Jahren als stark bedroht, aber auch der Beifang ist sehr problematisch. Neben den kommerziell genutzten Fischen verfangen sich nämlich Massen von Jungfischen, Schildkröten, Delphinen, Haien und vielen anderen Arten in den riesigen Fischernetzen und werden tot oder schwer verletzt über Bord geworfen, wo sie meist verenden. Weil der Bedarf an Fisch nicht mehr über die Meere gedeckt werden kann, werden inzwischen fast 50% des Bedarfs an Fisch über Aquakulturen gedeckt. Aber auch das schafft große Probleme. Beispielsweise führt die intensive Shrimp-Zucht in Asien und Süd-Amerika zur Rodung zahlreicher Mangroven-Wälder, sowie zu regionaler Wasserknappheit und -versalzung (7). Außerdem benötigen zahlreiche Arten, die in Aquakulturen gezüchtet werden Futter, das wiederum aus Wildfisch besteht und die Überfischung weiter verstärkt, z.B. werden 20 Kg an wild gefangenem Fisch benötigt um 1 Kg Thunfisch herzustellen (8). Omega-3-Fettsäuren, die in Fisch enthalten sind und viele wichtige Funktionen im Körper erfüllen, können zum Teil durch Walnüsse und Ölen aus Raps, Soja und Leinsamen aufgenommen werden.

Und was denken wir uns dabei?
Wir, als BUNDjugend, haben uns für die vegetarische Art der Verpflegung entschlossen, weil wir die aufgeführten Probleme, die im Zusammenhang mit dem massiven Fleischkonsum entstehen, nicht unterstützen wollen. Mit der vegetarischen Zubereitung von Mahlzeiten auf unseren Veranstaltungen möchten wir Alternativen aufzeigen, die Genussfähigkeit steigern und zu einem bewussteren Umgang von Fleisch und Fisch motivieren.
Wir kochen stets mit frischen Zutaten und probieren immer wieder neue Rezepte aus. Unser Essen ist abwechslungsreich und lecker und verführt zu Kreativität.
Kommt vorbei und probiert es aus!

Quellen