BUNDjugend Mecklenburg-Vorpommern - ... und jetzt noch die Erde retten!

BUNDjugend bei den EP-Tagen Interview

Im Rahmen der EP-Tage hat Anke Lübbert ein Interview mit Klara aus Neubrandenburg über die BUNDjugend geführt.
Sehr Interessant!
Klara, du gehörst zur Aktivengruppe bei der Bundjugend Neubrandenburg, ihr macht normalerweise Ufersäuberungsaktionen oder presst Apfelsaft von Streuobstwiesen. Zu den Entwicklungspolitischen Tagen organisiert ihr zwei Veranstaltungen, einer davon ist ein Poetry Slam. Wie passt eine Kulturveranstaltung mit dem Umweltverband zusammen?
Wir sind seit etwa einem Jahr dabei, Geflüchtete in unsere Arbeit einzubeziehen. Das heißt, dass wir sie einladen und ganz selbstverständlich überall hin mitnehmen, zu den Sachen, die wir sowieso machen. Also auch zum Apfel pressen oder wenn wir Müll sammeln. Unser Ziel ist, nicht extra Begegnungsveranstaltungen zu organisieren, sondern die Leute einzubinden. An der Fachhochschule findet häufiger ein Poetry Slam statt, an dem einige von uns auch schon teilgenommen haben. Und wir wollten einfach mal auch diesen Menschen, eine Möglichkeit geben, Texte oder andere Darbietungen zu präsentieren.
Wie funktioniert das mit der Sprache?
Die meisten können Englisch, manche auch schon sehr gut Deutsch. Ich denke, es werden aber auch einzelne Beiträge auf Arabisch dabei sein – was nicht schlimm ist. Viel kommt durch die Art der Darbietung rüber und mal ein paar Minuten nichts zu verstehen ist, denke ich auch eine ganz gute Übung.
Wie sind eure Erfahrung damit, die Geflüchteten einzubeziehen?
Für mich persönlich ist es eine Bereicherung: Unsere Gruppe besteht aus 12-15 Aktiven zwischen 16 und 24 Jahren. Und wir sind schon sehr homogen, interessieren uns für die gleichen Themen, haben ähnliche Erfahrungen gemacht, ähnliche Einstellungen. Das wird durch die Geflüchteten ein bisschen aufgeweicht. Man bekommt andere Sachen mit, hinterfragt sich auch mal. Das wird sich, denke ich, auch in den Texten des Poetry Slam widerspiegeln.
Inwiefern?
Bei den Slams, die ich bisher besucht habe, ging es viel um Probleme, die privilegierte Leute haben.  Liebeskummer, Identitätskrisen, Probleme mit den Eltern…Die Art von Probleme, die man hat, wenn man in Deutschland lebt, ein Dach über dem Kopf hat, genug zu essen und keine Angst vor Krieg haben muss, Familienmitglieder oder Freunde zu verlieren. Das wird mit den Beiträgen der Geflüchteten auf jeden Fall anders.